CeBIT 1994: Das erste Live-Erlebnis des E-Plus-Netzes
Das grüne Vögelchen: Ein Kennzeichen von E-Plus
Bild: dpa Ein reales DCS1800-Netz (die damalige Bezeichnung für GSM 1 800) konnte E-Plus dem staunenden Fachpublikum auf der CeBIT 1994 in Hannover präsentieren. Vorstandsvorsitzender Herbert Brenke lud dazu in den Keller des Thyssen-Pavillons auf dem CeBIT-Gelände, den - welch Wunder - nur das E-Plus-Netz versorgte. Nur eine kleine Handvoll Journalisten hatten schon ein passendes Gerät mit Karte, der Rest schaute missmutig auf das Display des eigenen D1- oder D2-Handys. welches "Netzsuche" oder gar nichts anzeigte. Beinahe wäre diese Premiere schiefgegangen, weil die Übergabeleitungen zur Deutschen Telekom erst in letzter Minute freigeschaltet wurden.
Zu Anfang wurde bei E-Plus auf eine strikte Trennung zwischen der E-Plus Mobilfunk als Netzbetreiber und der E-Plus Service als "hauseigenem Service-Provider" geachtet. Neben E-Plus-Service konnte man das neue E-Plus-Angebot auch über einen der damals noch zahlreichen "unabhängigen" Service-Provider wie Mobilcom, Debitel, Talkline, Dekratel, Axicom, Cellway, Martin Dawes etc. bekommen.
Startschuss im Zirkus
Den offiziellen Startschuss gab E-Plus bei einer Veranstaltung im Circus Roncalli zu Berlin, wo Talkmaster Günter Jauch mit Thomas Gottschalk mobil telefonieren durfte.
Gleich zum Start präsentierte E-Plus erste kreative Ideen: Einen serienmäßigen "Anrufbeantworter", der vom eigenen Anschluss kostenlos abgehört werden konnte, das war damals völlig neu. Mailboxen gab es schon, aber die Kunden von Telekom D1 und Mannesmann D2 wurden dafür regelmäßig zur Kasse gebeten, wenn ein verpasster Anruf auf der Mailbox gelandet war und dort abgehört werden musste.
Kreativ ab Netzstart
Das E-Plus-System erlaubte es, kostenlose Nachrichten von Anrufbeantworter (Mailbox) zu Anrufbeantworter im E-Plus-Netz zu verschicken. Damit konnte man die anfangs großen Funkversorgungslöcher überbrücken. Neue Sende-Technik "hielt" laufende Mobilfunkverbindungen noch dann aufrecht, wenn ein mobiler Teilnehmer in der Bewegung zwischen zwei Sendestationen kurzzeitig kein Netz hatte. Dadurch ergaben sich in der Startphase ungeahnt gute Reichweiten. Erst später übernahm VIAG Interkom (heute o2) diese Technik für ihr eigenes Netz.
Nicht nur das: Zum Netzstart waren die beliebten SMS-Kurznachrichten bei E-Plus kostenlos. Tüftler entwickelten daraufhin ein Verfahren, ganze Dateien in 160-Zeichen-Pakete zu zerlegen und per SMS zu übertragen. Die erzielbaren Datenraten waren denkbar gering, aber es kostete nichts. Die logische Folge: Die Kurzmitteilungszentrale (SMSC) von E-Plus war schnell überlastet.